Studium im Ausland, Zeugnisse richtig übersetzen lassen

Ein Semester in Dublin, ein Master in Amsterdam oder ein ganzes Studium in Kanada: Immer mehr junge Menschen aus Deutschland zieht es für ihre Ausbildung ins Ausland. Die Motivation ist hoch, der Sprachkurs ist gebucht, das Englischzertifikat vielleicht schon bestanden. Doch dann kommt der Papierkram, und hier scheitern erstaunlich viele Bewerbungen an Details.

Ein gutes Sprachzertifikat öffnet die Tür, aber erst korrekt übersetzte Zeugnisse bringen Bewerber wirklich hinein.

Sprachnachweis und Zeugnisse, zwei verschiedene Dinge

Viele Studierende verwechseln zwei Anforderungen. Der Sprachnachweis, etwa ein IELTS, TOEFL oder Cambridge-Zertifikat, belegt, dass man die Unterrichtssprache ausreichend beherrscht. Die Zeugnisse dagegen belegen die bisherigen Leistungen: Abitur, Bachelorzeugnis, Notenübersicht, manchmal auch Praktikumsbescheinigungen.

Ausländische Hochschulen verlangen diese Unterlagen fast immer in der Unterrichtssprache oder auf Englisch. Eine einfache, selbst angefertigte Übersetzung wird in der Regel nicht akzeptiert. Gefordert ist eine offizielle Übersetzung, häufig mit Beglaubigung.

Was eine beglaubigte Übersetzung ausmacht

Eine beglaubigte Übersetzung Englisch wird von einem gerichtlich ermächtigten oder vereidigten Übersetzer angefertigt. Er bestätigt mit Unterschrift und Stempel, dass die Übersetzung vollständig und richtig ist. Für Hochschulen im Ausland ist das ein Qualitätsnachweis, auf den sie sich verlassen können.

Wichtig ist die Vollständigkeit. Auch Stempel, Siegel, handschriftliche Vermerke und Erläuterungen zum Notensystem müssen übertragen werden. Das deutsche Notensystem von 1 bis 6 ist im Ausland nicht selbstverständlich bekannt. Viele Hochschulen verlangen deshalb zusätzlich eine Umrechnung oder Erklärung, die aber nicht Teil der Übersetzung selbst ist.

Wo man sich informieren kann

Der Deutsche Akademische Austauschdienst bietet umfangreiche Informationen zu Studium und Praktika im Ausland, zu Stipendien und zu den Anforderungen einzelner Länder. Auch die Auslandsämter der deutschen Hochschulen helfen weiter. Für internationale Studierende, die nach Deutschland kommen, übernimmt häufig uni-assist die Vorprüfung der Unterlagen.

Es lohnt sich, die Anforderungen jeder Hochschule genau zu lesen. Manche akzeptieren Übersetzungen nur von Übersetzern im eigenen Land, andere verlangen eine zusätzliche Beglaubigung durch eine Behörde oder eine Apostille.

Typische Fehler bei der Bewerbung

  • Übersetzungen werden zu spät beauftragt und die Bewerbungsfrist verstreicht.
  • Nur die erste Seite des Zeugnisses wird übersetzt, Anlagen fehlen.
  • Namen werden anders geschrieben als im Reisepass.
  • Eine Kopie wird eingereicht, obwohl ein beglaubigtes Original verlangt ist.
  • Die Notenumrechnung fehlt oder ist fehlerhaft.

Wer mindestens acht Wochen vor der Frist mit den Übersetzungen beginnt, hat genug Puffer für Rückfragen.

Studium in Israel und anderen Ländern

Nicht jedes Auslandsstudium findet im englischsprachigen Raum statt. Israel etwa ist für Studierende der Geschichte, Religionswissenschaft, Informatik oder Medizin ein interessantes Ziel. Viele Programme laufen auf Englisch, doch für Behörden, Mietverträge oder bestimmte Hochschulen werden Unterlagen auch auf Hebräisch benötigt. Ein erfahrener Hebräisch Übersetzer kennt die Besonderheiten der Schrift und die Anforderungen israelischer Institutionen.

Der umgekehrte Weg nach Deutschland

Auch der Weg nach Deutschland erfordert Übersetzungen. Tausende junge Menschen aus der Ukraine studieren inzwischen an deutschen Hochschulen oder möchten ihr Studium hier fortsetzen. Für die Zulassung und die Anerkennung bisheriger Leistungen benötigen sie Zeugnisse und Notenübersichten auf Deutsch.

Ein qualifizierter Übersetzer Deutsch Ukrainisch sorgt dafür, dass Fächerbezeichnungen, Leistungspunkte und Abschlüsse korrekt übertragen werden. Gerade bei Studiengängen, die es in Deutschland in dieser Form nicht gibt, ist Fachwissen entscheidend.

Sprachzertifikate richtig einordnen

Sprachzertifikate selbst müssen in der Regel nicht übersetzt werden, da sie international anerkannt und meist bereits auf Englisch ausgestellt sind. Anders sieht es bei Schulzeugnissen aus, die Englischnoten enthalten. Manche Hochschulen akzeptieren eine sehr gute Englischnote im Abitur als Sprachnachweis, verlangen dann aber eine offizielle Übersetzung des Zeugnisses.

Für Bewerber lohnt es sich, frühzeitig zu klären, welcher Nachweis gefordert ist. Oft spart man so Zeit und Geld für zusätzliche Prüfungen.

Digitale Bewerbung und Originale

Viele Hochschulen arbeiten inzwischen mit Onlineportalen. Bewerber laden Scans ihrer Unterlagen hoch, und erst nach der Zulassung werden beglaubigte Exemplare per Post verlangt. Manche Übersetzungsdienste liefern deshalb eine digitale Version für den Upload und beglaubigte Papierexemplare für den späteren Versand. Es ist sinnvoll, gleich mehrere Exemplare zu bestellen, falls man sich an verschiedenen Hochschulen bewirbt.

Nach der Zulassung geht es weiter

Mit der Zusage der Hochschule ist der Papierkram nicht beendet. Für das Visum, die Wohnungssuche, die Krankenversicherung und manchmal ein Stipendium werden weitere Dokumente verlangt. Dazu gehören Geburtsurkunde, Kontoauszüge, Versicherungsnachweise oder ein polizeiliches Führungszeugnis. Auch diese Unterlagen müssen oft übersetzt und teilweise beglaubigt werden. Wer alle wichtigen Dokumente gleich zu Beginn gemeinsam übersetzen lässt, spart Zeit und sorgt für eine einheitliche Schreibweise der Namen.

Praktika und Berufseinstieg

Viele Studierende nutzen den Auslandsaufenthalt auch für ein Praktikum. Arbeitgeber verlangen dafür Lebenslauf, Zeugnisse und Empfehlungsschreiben in der Landessprache. Ein professionell übersetztes Arbeitszeugnis wirkt deutlich überzeugender als eine selbst gebastelte Version, zumal deutsche Arbeitszeugnisse mit ihrer eigenen Formelsprache im Ausland ohnehin schwer zu verstehen sind.

Checkliste für angehende Auslandsstudierende

  • Anforderungen jeder Hochschule genau prüfen und notieren.
  • Sprachzertifikat rechtzeitig ablegen.
  • Beglaubigte Übersetzungen von Zeugnissen und Notenübersichten beauftragen.
  • Einheitliche Schreibweise der Namen gemäß Reisepass sicherstellen.
  • Mehrere beglaubigte Exemplare bestellen.
  • Fristen im Kalender eintragen und Puffer einplanen.

Fazit

Ein Auslandsstudium ist eine großartige Chance. Damit sie nicht an Formalitäten scheitert, sollten Bewerber Sprache und Unterlagen gleichermaßen ernst nehmen. Ein gutes Sprachzertifikat und professionell übersetzte Zeugnisse bilden zusammen die Grundlage für eine erfolgreiche Bewerbung.